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Aktuell gibt es tausende mehr oder weniger erfolgreiche Kryptowährungen. Neben den großen bekannten wie Bitcoin oder Ethereum exisitieren viele Herausforderer, die fast alle „the next big thing“ sein wollen. Manche versuchen es, indem sie vermeintliche Mängel der großen Coins adressieren, wie zu Beispiel Skalierbarkeit und Geschwindigkeit. Andere spezialisieren sich auf einen bestimmten Einsatzzweck. Viele werden allerdings schlicht aus betrügerischer Absicht heraus geboren.

Wie ist es möglich, in diesem Dschungel den Überblick zu bewahren? Sollten Nutzer schlicht in die großen „sichereren“ Kryptowährungen investieren? Was ist mit den sagenhaften Renditen, die viele der kleineren Kryptowährungen erzielen, bevor sie sich in den Top 30 etabliert haben? Was ist die empfohlene Anlagestrategie für jemanden, der nicht täglich die Entwicklungen im Kryptomarkt im Auge behalten kann oder will?

In diesem Teil unserer Ratgeberserie „Kryptowährungen für Einsteiger“ beantworten wir diese und weitere Fragen.

Teil 3: In welche Kryptowährungen sollte ich investieren?

Unterscheidung der Typen

Unter dem Begriff Kryptowährungen verstehen viele Menschen digitale Währungen, die sich in Coins unterteilen. Bei genauerer Betrachtung wird allerdings deutlich, dass es sich bei den Applikationen um unterschiedliche Anlageklassen handelt. Sie ziehen ihren Wert aus verschiedensten Überlegungen. Diese Definition erläutert auch den Unterschied zwischen Kryptowährungen und Tokens.

Kryptowährungen im eigentlichen Sinne

Unter Kryptowährungen fallen alle Projekte, deren Haupteinsatzzweck der Transfer und Erhalt von Werten, sprich Geld, ist.  Bitcoin ist hier ganz klar der Vorreiter. Weitere größere Vertreter dieser Kategorie sind Bitcoin Cash, Litecoin, Dash oder Monero. Kryptowährungen im eigentlichen Sinne ziehen ihren Wert daraus, in der Zukunft eine bessere Form von Geld und Gold darzustellen. Je mehr Leute Bitcoin als einen digitalen Ersatz für Gold anerkennen, desto höher sollte die Nachfrage nach BTC sein. Da es aber nur maximal 21 Millionen BTC geben kann, steigt in der Theorie der Preis.

Blockchain-Plattformen und ihre Token

Einfacher digitaler Geldtransfer steht nur für einen Einsatzzweck des Blockchain-Systems. Projekte wie Ethereum oder Cardano bauen auf der Vision auf, dass die Technologie zur Vollstreckung von sogenannten “Smart Contracts” verwendet wird. Mit solchen programmierbaren Verträgen lassen sich Zahlungen an beliebige Bedingungen knüpfen, solange diese auf der jeweiligen Plattform in ein Softwareprogramm gegossen werden können. Je aufwändiger die Berechnung des Programms ist, desto höher fällt die Gebühr aus, die der Ersteller des Smart Contracts bezahlen muss. Nutzer begleichen die Leistung in der plattformeigenen Kryptowährung. Bei Ethereum ist das beipielsweise Ether. Steigt die Nachfrage nach Smart Contracts auf einer Plattform, erhöht sich auch der Bedarf nach diesen nativen Token. Da die Gesamtmenge begrenzt ist, sollte auch hier bei steigender Nutzung der Preis der Token steigen.

Utility Token – Gutscheine für eine zukünftige Nutzung

Utitlity Tokens sind Kryptowährungen mit einem sehr speziellen Anwendungsfall. Viele auf der Blockchain-Technologie basierende Apps geben eigene Tokens heraus. Nutzer müssen sie erwerben, um die Applikation überhaupt erst bedienen zu können. Utility Tokens sind daher im übertragenen Sinne nichts anderes als Gutscheine für Dinge, die sich nicht direkt mit Geld kaufen lassen. Gäbe es beispielsweise Utility Tokens, mit denen Interessenten zur Oskarverleihung dürften, hätten diese Token einen gewissen Wert. Utility Tokens können folgerichtig nur unter einer Bedingung werthaltig sein. Für die Nutzung der Applikation müssen mehr Tokens benötigt werden, als auf dem Markt zum Verkauf angeboten sind. Aktuell trifft das für keinen Utility Token zu und der Kurs ist reine Spekulation auf den zukünftigen Nutzen.

Security Token – die Wertpapiere unter den Kryptowährungen

Security Tokens, auch bekannt als Equity Tokens, sind tokenisierte Anteile an einer Firma, an einem System oder an einem Projekt aus dem Blockchain-Umfeld. Tokenisiert bedeutet, dass sie eine digitale Repräsentation in Form eines Tokens haben. Ähnlich wie Aktien beziehen diese Anteile ihren Wert vor allem dadurch, dass Käufer einen Teil des dahinterliegenden Systems “besitzen”. Oft erhalten alle “Share Holder” eine Art Dividende. Entweder kommt diese Dividende aus den Transaktionsgebühren. Oder sie zieht sich aus einem Teil des Umsatzes, der sich mit dem System erwirtschaftet. Unternehmer dürfen Anteile an Firmen aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen nicht einfach als Token verkaufen. Deshalb gibt es aktuell noch relativ wenige solcher Security Tokens. Aufgrund des klaren Nutzens gegenüber den klassischen Anteilssystemen stehen Security Tokens jedoch vermutlich eine große Zukunft bevor. Die Grenzen der oben genannten Einteilung sind allerdings nicht immer klar. Das Schaubild verdeutlicht die Komplexität:

Mögliche Zukunftsszenarien

Niemand weiß, wie sich der Kryptomarkt in der Zukunft entwickeln wird. Ein Zusammenbruch der gesamten Branche ist durchaus im Bereich des Möglichen. Daneben gibt es zwei Szenarien. Von diesen beiden kann aber nur eine eintreffen:

1. Bitcoin-Maximalismus

Für viele, die sich mit der Materie beschäftigen, ist Bitcoin die einzige Kryptowährung mit nachhaltigem Wert. Der Grund ist, dass Bitcoin der Vorstellung von “sound money” am nähesten kommt. Unter “sound money” versteht man Geld, dessen Wert nicht durch äußere Einflüsse, wie zum Beispiel Regierungen und Notenbanken, unterwandert wird. Bitcoin hat die längste Historie, das größte Netzwerk und den höchsten Stand der Dezentralisierung. Die Währung hielt bislang allen Angriffen stand. Änderungen am Protokoll treten nur äußerst selten auf. Um sie durchzusetzen, bedarf es einer überwältigen Mehrheit in den verschiedenen Anspruchsgruppen (Nutzer, Miner, Unternehmen und Entwickler).

 
Bitcoin-Maximalisten glauben in der Regel nicht, dass Blockchains für etwas anderes als digitalen Goldersatz und Zahlungsverkehr zu gebrauchen sind. Oder zumindest sind sie der Überzeugung, dass alle sinnvollen Anwendungszwecke auf der Bitcoin-Blockchain erfolgen sollten. Sie halten sie für die sicherste. Gold wird in Krisenzeiten als Werterhaltungsinstrument verwendet. Der Wert von Silber hingegen begründet sich vor allem aus der tatsächlichen Nachfrage aus der Industrie und Schmuckbranche. Tritt dieses Szenario also ein, werden so gut wie alle anderen Kryptowährungen langfristig ihren Wert verlieren.

2. Bitcoin ist nur eine von vielen Kryptowährungen

In diesem Entwurf wird Bitcoin weiterhin eine große Rolle spielen. Allerdings existieren daneben noch eine Reihe weiterer Kryptowährungen, die über die Zeit an der Vormachtstellung von Bitcoin rütteln. Dieses Szenario wird bei einer bestimmten Schlussfolgerung eintreffen. Erkennbar ist sie daran, dass eine dezentrale Vertrauensbasis mit Blockchain-Technologie wirklich dabei hilft, Mittelsinstanzen obsolet zu machen, Transparenz zu erhöhen und Kosten zu sparen. Smart Contracts und darauf aufbauende Apps sind die Fundamente, auf die die Kryptowährungen aufbauen werden. Ähnlich wie zu den Anfängen des Internets und der Dot.com-Blase erschwert aber auch hier die Vielfalt, die zukünftigen Amazons und Googles von den Blockchain-Luftnummern zu unterscheiden.

Welches der beiden Szenarien langfristig wahrscheinlicher ist, ist aktuell kaum vorhersehbar. 2017 hatte Bitcoin zwar ein Rekordjahr. Allerdings stiegen sehr viele andere Kryptowährungen weit stärker im Wert. Die von coinmarketcap.com diesbezüglich ermittelte Bitcoin-Dominanz lag bei teilweise nur noch gut 30 Prozent. In 2018 relativierte sich diese Bewegung wieder und Bitcoin erstarkte auf über 50 Prozent. 

Nichtsdestotrotz liegt folgender Schluss nahe:

Wenn es Bitcoin nicht schafft, langfristig wertstabil zu bleiben, werden höchstwahrscheinlich alle Kryptowährungen untergehen. 

Anders ausgedrückt bedeutet dies: Das Risiko scheint mit Bitcoin geringer als mit anderen Kryptowährungen, aber auch die mögliche Rendite.

Anlagestrategie

Informationen auf blockchaincenter.net sind nicht als Anlageberatung zu verstehen. Insofern finden Nutzer auf dem Portal keine Kauftipps für bestimmte Kryptowährungen. Wer gesunden Menschenverstand und bewährte Strategien aus dem Aktienhandel auf die Kryptoszene überträgt, kommt zu folgenden allgemeingültigen Tipps:

  1. Ein Totalverlust ist möglich. Nutzer sollten daher nie mehr investieren, als sie bereit sind zu verlieren.
  2. Langfristige Investitionen sind sinnvoll. In fünf bis zehn Jahren sind Kryptowährungen entweder wieder von der Bildfläche verschwunden oder ein wichtiger Teil der Gesellschaft.
  3. Es wird heftige Aufs und Abs geben. So lange Krypto-Beseitzer an die langfristige Zukunft von Kryptowährungen glauben, bleiben sie besser bei ihrer Strategie und tätigen keine Panikverkäufe (Stichwort HODL).
  4. Regelmäßige Investitionen in kleine Beträge sind großen Einmalinvestitionen vorzuziehen (siehe Durchschnittskosteneffekt).
  5. Nutzer sollten nicht alles auf eine Karte beziehungsweise Kryptowährung setzen. Mehr Informationen zur Diversifizierung bietet der nächste Abschnitt.

Einzelne Kryptowährungen vs. “Fonds”

Kein seriöser Finanzberater empfiehlt seinen Kunden, Einzelaktien zu kaufen. Stattdessen stellen sie quasi immer Fonds anheim. Leider gibt es im Bereich Kryptowährungen für Privatkäufer noch keine Fonds oder ETFs (Exchange Traded Funds), die den Gesamtmarkt abbilden. Andererseits steigen oder sinken die Kurse der Kryptowährung aktuell in der Regel alle auf einmal. Insofern scheint eine Diversifikation bei Kryptowährungen nicht unbedingt notwendig.

Aufgrund der zwei möglichen Entwicklungsszenarien ergibt es aber dennoch Sinn, nicht alles auf ein Pferd, zum Beispiel Bitcoin, zu setzen. Glücklicherweise machen es die von blockchaincenter.net empfohlenen Kryptobörsen wie Bitpanda den Nutzern sehr leicht. Käufer können sich einfach selbst ein Portfolio an Kryptowährungen zusammenstellen. Der Vorteil von seriösen, regulierten Börsen wie Bitpanda oder auch Coinbase besteht darin, dass bereits eine in Teilen sehr strikte Vorauswahl der angebotenen Kryptowährungen stattfindet. So sinkt die Wahrscheinlichkeit, auf eine Betrugswährung hereinzufallen, immens.

Fazit

Niemand kann sagen, welche Kryptowährungen für den einzelnen Nutzer ideal sind. Käufer müssen daher kritisch hinterfragen, was selbsternannte “Experten” (inklusive blockchaincenter.net) empfehlen.

Wer sich nicht täglich mit Kryptowährungen beschäftigen will oder kann, verfolgt am besten eine Haltestrategie. Das bedeutet, sich über einen längeren Zeitraum ein Portfolio aus einer Handvoll der großen Kryptowährungen zuzulegen und höchstens einmal im Jahr daran Änderungen vorzunehmen. Hier kommt ein für Krypto-Neulinge wichtiger Faktor ins Spiel: Alle Gewinne aus dem Verkauf aus Kryptowährungen, die man nicht mindestens ein Jahr gehalten hat, sind steuerpflichtig!

Wer sich dagegen intensiv mit Kryptowährungen auseinandersetzt und aufgrund höherer Risikobereitschaft in kleinere Kryptowährungen mit gegebenenfalls höherer Rendite investieren möchte, sollte das Risiko streuen und einen eigenen Kryptofonds zusammenstellen.

Zu Teil 2: Sollte ich in Kryptowährungen investieren?

Zu Teil 4: Wie kaufe ich Kryptowährungen? →

 

Disclaimer: Der Handel mit Kryptowährungen birgt ein hohes Risiko und kann bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Keine der hier aufgeführten Informationen sind als Anlageberatatung zu verstehen. Alle genannten Kurse sind ohne Gewähr. Bitte beachten Sie dazu auch den den Haftungsausschluss im Impressum.
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