Teil 8: Ausblick in die Zukunft der Kryptowährungen

Blockchain & Kryptowährungen – sinnlose Nische oder Weltverbesserung?

Wer den vielen sogenannten Experten zum Thema Blockchain zuhört und den teilweise kultartigen Enthusiasmus in der Branche verfolgt, bekommt schnell den Eindruck, dass hier etwas Großes entsteht. „Distributed Ledger Technologie verändert alles!“, „Blockchain wird eine ebenso wichtige Technologie wie das Internet!“ sind zwei gängige und ebenso fragwürdige Aussagen. Nichtsdestotrotz tauchen sie immer wieder auf.
Vor ein paar Jahren wurde Bitcoin noch belächelt. Daher ist erstaunlich, welche Entwicklung Bitcoin und die vollkommen unbekannte Blockchain-Technologie durchlaufen haben:

  • Große Medienhäuser berichten regelmäßig über Kryptowährungen.
  • Die Branche zieht viele Talente aus dem Technologiesektor an
  • Unzählige Startups sind entstanden.
  • Einige Firmen sind in kürzester Zeit zu Stars aufgestiegen. So macht die Kryptobörse Binance inzwischen so viel Gewinn wie die NASDAQ. Coinbase ist einer der Lieblinge des Silicon Valley mit Milliardenbewertung.
  • Keine Firma aus dem Finanzsektor scheint vermeiden zu können, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.
  • SPD und Union nennen das Thema ‚Blockchain‘ mehrfach im Koalitionsvertrag. Die EU-Kommission sagt, Kryptowährungen seien „here to stay“.
  • Regierungen beschäftigen sich mit Libra & Co

Es scheint so, als ob dieser jungen Technologie eine ähnliche Entwicklung wie dem Internet in den 90ern bevorsteht.
Fakt ist aber auch, dass die aktuell auf dem Markt befindlichen Blockchain-Produkte und Dienstleistungen quasi keinen Nutzen außerhalb der Investition und Spekulation haben.

Kommt das noch? Oder ist alles nur ein großer Hype?

Die Verfechter der Technologie sind schnell mit dem Argument zur Stelle, dass es im Jahr 1998 noch kein Google, Facebook, Netflix & Co gab. Mittlerweile belegen sie die ersten Plätze unter den Unternehmen mit den höchsten Marktkapitalisierungen. Mit dem Vergleich sagen die Experten der Blockchain-Technologie ein enormes Potenzial vorher.
Doch zumindest die aktuell zutreffenden Grenzen werden immer deutlicher:

  • mangelnde Skalierbarkeit
  • schlechte Nutzerfreundlichkeit (Wartezeiten, hohe Gebühren, Sicherheit)
  • sinnlose Einsatzzwecke, mit einer Datenbank lösbar
  • unseriöse Firmen, Betrugsfälle, Hacker

Niemand kann erraten, wie sich die Branche tatsächlich in Zukunft entwickelt. Zur Illustration sind hier vier mögliche Szenarien skizziert, von denen eine wahrscheinlich nahe an die Realität herankommen wird.

Der Worst Case

Der größte Vorteil von Bitcoin besteht aktuell in der erlangten finanziellen Souveränität. Die Nachfrage wird aber zwangsläufig sinken, falls zwei Punkte nicht eintreten. Erstens sollte sich der Wert über einen längeren Zeitraum zumindest halten. Zweitens sollte es über den oben erwähnten Nutzen hinaus weitere geben. Ohne diese Aspekte würde der Preis weiter sinken und Bitcoin in eine Abwärtsspirale geraten. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass dies das Ende von Bitcoin bedeutet. Denn einen Preis größer 0 ist immer jemand bereit, zu zahlen. Doch es sollte reichen, dass genug Vertrauen unter Nutzern verloren geht. Sie müssten befürchten, dass Kryptowährungen als Geldanlage ein ähnliches Schicksal wie Pennystocks erleiden.

Gründe für den Verlust der langfristigen Wertstabilität könnten zum Beispiel ein Fehler oder Hack auf Protokollebene sein. Auch Verbote von Regierungen könnten das Vertrauen erschüttern und Bitcoin in ein Nischendasein zwängen.
Smart Contracts erweisen sich als unpraktisch. Aufgrund der oben genannten Probleme schafft es keine Blockchain-Plattform, Anwendungen für die Allgemeinheit zu platzieren. Auch in diesem Fall werden es Kryptowährungen nicht über eine Randexistenz hinaus schaffen.
Alle weiteren Einsatzzwecke von „Disitributed Ledgers“ erweisen sich als zu ineffizient im Vergleich zu verteilten Datenbanken. Sie haben zu wenige Vorteile, um einen Einsatz zu rechtfertigen.
In diesem Worst Case enden Bitcoin & Co. in der Geschichte des Internets ähnlich wie ‚Second Life‘ oder ‚Pokemon Go‘.
Aber können sich so viele Techies, Unternehmer und sonstige Enthusiasten dermaßen irren? Oder ist die objektive Sicht auf die Realität durch die teils enormen Spekulationsgewinne getrübt?

Ein pessimistischer Ausblick

Die pessimistische Entwicklung zeichnet sich durch die durchaus anzutreffende Meinung, dass „besseres Geld“ der einzig sinnvolle Einsatzzweck von Blockchains sind, aus. Die Rede ist allerdings nicht von irgendeiner Blockchain, sondern nur der vermeintlich sichersten, unangreifbarsten und Zensur-resistentesten: der Bitcoin-Blockchain.
Auch in dieser Zukunft spielen weder komplizierte Smart Contracts, dApps noch sonstige Projekte auf Basis von Blockchains als Datenstruktur eine signifikante Rolle.
Der Wert aller alternativen Kryptowährungen geht daher gegen Null. Nur eine kann aufgrund der Historie und des Netzwerkeffekts als mögliche Alternative zu Fiat-Geld, das von Regierungen herausgegebenen wird, bestehen.
Bitcoin als digitales Gold bleibt damit erhalten. Aber wie Gold selbst stellt es nur eine Anlageklasse von vielen dar.
Blockchain als Technik-Buzzword gibt es quasi nicht mehr.

Ein optimistischer Ausblick

Der Minimalerfolg von Bitcoin aus dem vorangegangenen Ausblick bleibt. Womöglich ist sogar mit stetig steigendem Wertgewinn gegenüber dem Euro oder dem Dollar zu rechnen.
Kryptowährungen werden zu einer ernstzunehmenden Anlageklasse, die zumindest in kleinen Anteilen in jedes gute Portfolio gehören.
Bitcoin ist aber nicht das Maß aller Dinge:
Wie bei allen Startups liegt es nahe, dass bis zu 90 Prozent aller aktuellen Blockchain-Anstrengungen und Kryptowährungen scheitern werden. Die restlichen 5 bis 10 Prozent bringen der Welt nichtsdestotrotz so viel Mehrwert, dass sich die Blockchain-Vision langsam, aber sicher erfüllt. Genau wie das Internet immer schneller, nutzerfreundlicher und allgegenwärtiger wurde, halten auch Distributed Ledgers zunehmend Einzug in das tägliche Leben.
Mehr und mehr  dezentrale Lösungen ergänzen Anwendungen und Services, weil die bisherigen Mittelsmänner zu viel mitverdienen oder das Vertrauen der Nutzer verlieren.
Mit wachsendem Erfolg dieser Plattformen steigt die Nachfrage nach den dafür benötigten Tokens. Sei es, um die Programme der Smart Contracts auszuführen, die Sicherheit der Plattformen durch Staking zu garantieren, oder mit Security Token am Erfolg der Plattformen teilzuhaben.
Kryptowährungen sind nicht mehr aus der Gesellschaft wegzudenken. Entsprechend hoch ist auch der Gesamtwert alle Kryptowährungen.

Die Best Case Utopie

Über die möglichen Auswirkungen einer Vertrauensebene für das Internet ohne Mittelsmänner – dem Konzept hinter Blockchain – wurden ganze Bücher geschrieben.

Was könnte in einem Best Case Szenario eintreten? Die folgenden Stichworte geben ein paar Denkanstöße. Natürlich sind sie teils sehr ambitioniert und könnten noch Jahrzehnte dauern. Sie befinden sich aber durchaus im Bereich des Denkbaren.

  • Kryptowährungen nehmen den Zentralbanken und Regierungen der Welt die Macht über die Geldpolitik aus den Händen. Regierungen müssen Kryptowährungen selbst kaufen, so wie sie im Moment auch Goldreservern erwerben.
  • Bitcoin oder eine andere Kryptowährung löst den Dollar als globale Leitwährung ab.
  • Blockchains und die verwendeten Protokolle entwicklen sich zu einer Art Basistechnologie für Transaktionen über das Internet. Ähnlich wie TCP/IP den Austausch von Daten im Internet regelt, bestimmen die neuen Protokolle den Austausch von Werten. Die Endbenutzer bekommen davon nichts mit.
  • Eine „Hypertokenisierung“ setzt ein: Alles was ein Wert hat, sei es Ideen, Patente, Kunstobjekte, mögliche Ernteerträge, Schulden, Firmenanteile oder Grundstücke, können als digitaler Token repräsentiert werden. Damit sind sie teilbar und lassen sich handeln. Liquiditätspoole sorgen dafür, dass Tokens gegen beliebige andere Tokens getauscht werden können.
  • Smart Contracts machen den Eigentumsübergang von Person zu Person ohne Mittelsmänner einfach abwickelbar.
  • Distributed Ledgers sowie Blockchains sind allgegenwärtig und doch im Hintergrund. Sie überwachen viele Prozesse des täglichen Lebens und machen dadurch die Welt transparenter. So ließe sich zum Beispiel die Wertschöpfungskette des Biokaffees an der Supermarktkasse überprüfen oder der Tachostand und die Wartungshistorie beim Autokauf verifizieren.
  • Autonome Organisationen auf Basis von Smart Contracts entstehen. Wenn finanzielle Transaktionen jeglicher Art automatisierbar werden, können Computerprogramme ohne menschliche Eingriffe Erträge generieren und wieder reinvestieren.

Fazit

Menschen waren nie besonders gut darin, die Zukunft vorauszusagen. Dies ist erst recht in Zeiten von exponentiellem technologischem Fortschritt zutreffend. Insofern ist es wahrscheinlich, dass auch dieser Ausblick weit daneben liegt. Vielleicht ist er zu optimistisch. Möglicherweise ist er aber auch noch zu naiv und verpasst, die Implikationen dieser jungen Technologie wirklich zu verstehen. Das ist unklar. Von einem sind die Macher dieses Ratgebers jedoch überzeugt: Die Entwicklungen in der Branche der nächsten Jahre werden unfassbar. blockchaincenter.net wird alle von der ersten  Reihe aus begleiten.

Disclaimer: Der Handel mit Kryptowährungen birgt ein hohes Risiko und kann bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Keine der hier aufgeführten Informationen sind als Anlageberatatung zu verstehen. Alle genannten Kurse sind ohne Gewähr. Bitte beachten Sie dazu auch den den Haftungsausschluss im Impressum.
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