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Kryptowährungen zu kaufen (siehe Teil 4), ist eine Sache. Sobald der Kaufvorgang abgeschlossen ist, stellen sich aber gleich die nächsten Fragen. Wie geht der Käufer nun mit den erworbenen Coins um? Auf was muss er achten, wenn er sie richtig aufbewahren und einsetzen möchte? Welche Fehler sollte er dabei vermeiden? Dieser Teil in unserer Serie soll Antworten auf die wichtigsten Fragen nach dem Kauf geben.

Teil 5: Wie verwende ich Kryptowährungen?

Nach dem Kauf ist vor dem Einsatz

Der Kauf auf einer Wechselstube oder Börse „deponiert“ die erworbenen Coins zunächst in einem Wallet des Nutzerkontos. Jedes Konto hat in der Regel mehrere Wallets, für jede Kryptowährung existiert eine eigene Ablage. Gekaufte BTC fließen also in das Bitcoin Wallet, ETH in das Ethereum Wallet, usw. Verschiedene Wallets bei Bitpanda Die Ablage der Coins im hauseigenen Wallet hat den Vorteil, dass sich der Nutzer fürs erste keine Gedanken um die sichere Verwahrung seiner Coins machen muss. Auf der anderen Seite benötigt der Coin-Besitzer das Vertrauen in den Anbieter, dass er jederzeit Zugang zu den Coins gewährleistet. Ein Großteil der negativen Schlagzeilen, die es in der Vergangenheit zum Thema Bitcoin & Co gab, hatten mit Sicherheitslücken oder gestohlenen Coins auf Börsen zu tun.  Da Börsen immer potentielle Angriffsziele für Hacker sind, sollte kein Anleger größere Beträge für längere Zeit dort lagern. Aus diesem Grund bieten alle Anbieter die Möglichkeit, die erworbenen Kryptowährungen auf ein eigenes Wallet auszuzahlen.

Arten von Wallets

Online Wallets

Bei Online Wallets loggt sich der Nutzer einfach im Browser in sein Konto ein. Meist sind sie Bestandteile des Accounts auf einer Börse oder Wechselstube. Auf diese Weise bewahrt der Inhaber der Plattform die Coins für den Nutzer auf. Da nicht garantiert ist, dass Provider nicht insolvent gehen können oder gehackt werden, stellt ein Online Wallet keine sichere Hinterlegung dar. Die Empfehlung ist, dort immer nur Coins in einer Höhe zu haben, die für den Kauf und Verkauf notwendig ist.

Browser / Web Wallets

Web Wallets bedienen sich ebenfalls des Browsers beziehungsweise einer Browser-Extension, um Kryptowährungen zu verwalten. Im Unterschied zum Online Wallet vertraut der Besitzer die Coins nicht einem Anbieter an, sondern hält sie immer selbst. Web Wallets wie Metamask für Ethereum eignen sich perfekt für Zahlungen, die direkt im Browser ablaufen sollen. Die Sicherheit von dieser Art von Wallets hängt von der Sicherheit des gesamten Computers ab. Daher ist hier gleichermaßen empfehlenswert, nur kleinere Beträge zu lagern.

Mobile Wallets

Mobile Wallets sind Apps, mit denen der Nutzer seine Coins auf dem Smartphone oder Tablet verwalten kann. Sie ähneln am ehesten den Geldbörsen, die man vom normalen Geld gewohnt ist. Mit ihnen lassen sich unterwegs Produkte und Dienstleistungen bezahlen oder bequem Geld an Freunde versenden. Der große Vorteil von mobilen Wallets ist die leichte Installation und Bedienung. Nachteilig wirkt sich aus, dass die meisten Kryptowährungen nur mit ihrem eigenen Wallet nutzbar sind. Das erhöht die Anzehl der Apps auf dem Handy.

Desktop Wallets

Desktop Wallets sind Programme für die Installation auf dem Heimcomputer. In vielen Fällen bilden sie auch sogenannte Full Nodes, das heißt aktive Knotenpunkte im Netzwerk einer Kryptowährung. Full Nodes speichern die gesamte Blockchain lokal bei sich ab und tragen damit zur Erhaltung von dezentralen Strukturen bei. Außerdem können sie Transaktionen validieren. Für Anfänger sind Desktop Wallets nicht zu empfehlen.

Hardware Wallet

Hardware Wallets kosten nicht wenig und stellen damit ein beachtliches Anfangsinvestment dar. Sie eignen sich aber ideal dafür, auch größere Mengen an Kryptowährungen zu verwalten. Ähnlich wie ein USB-Stick sind sie die meiste Zeit offline. Besitzer von Hardware Wallets verbinden diese nur mit dem Internet, um Transaktionen auszuführen. Hardware Wallets lassen sich selbst auf von Viren infizierten Geräten benutzen. Mehr Infos zum Thema Hardware Wallets gibt es hier.

Paper Wallet

Ein Paper Wallet ist genau das, was der Name besagt – eine Geldbörse auf Papier. Die „Aufbewahrung“ von Coins auf Papier ist die sicherste Variante und dringend empfohlen bei großen Summen von Kryptowährungen.

Doch wie kann man Bitcoin & Co. auf Papier aufbewahren? Im Prinzip speichert kein Wallet die eigentlichen Coins. In der digitalen Geldbörse ist lediglich der Zugang zu den Coins hinterlegt (Private Key). Wer ihn kennt, kann die Münzen senden und empfangen.

Exkurs: Private Key und Public Key

Jedes Wallet verfügt dahingehend über ein Schlüsselpaar, bestehend aus dem Private und dem Public Key. Letzterer ist nichts anderes als die „Adresse“ des Wallets. Er fungiert damit als eine Art Kontonummer. Der Private Key ist nur dem Wallet-Besitzer bekannt. Er ist das Heiligste, das es im Bereich Kryptowährungen gibt, und sollte nie an Dritte gegeben werden. Ist der Private Key nicht mehr vorhanden, fällt auch der Zugang zu den Coins weg. Auf dem Paper Wallet sind jeweils beide Schlüssel notiert. Benötigt man Zugang zu den enthaltenen Coins, lässt sich das Papier mithilfe von Wallet Apps auslesen. Im folgenden Beispiel eines Paper Wallets steht der Private Key rechts (ausgeschrieben und als QR Code).

Krypto-Enthusiasten unterscheiden Wallets in „hot“ und „cold storage“. Ersteres bedeutet, dass das Wallet mit dem Internet verbunden ist, wie es zum Beispiel bei einem Mobile oder Desktop Wallet der Fall ist. Beim “cold storage” wird der Private Key ohne Verbindung zum Internet gespeichert, zu Beispiel auf einem Paper Wallet. 

Coins versenden

Möchte ein Coin-Besitzer sein Guthaben zwischen verschiedenen Wallets hin- und herschicken, so kann er die Sendung im Wallet an die entsprechenden Zieladresse anweisen. Dazu gibt er einfach die gewünschte Adresse ein oder scannt mit dem Handy einen QR Code ab. Bei fast allen Kryptowährungen fallen während dieser „Überweisungen“ Gebühren an. Das ist auf das grundlegende Prinzip der Blockchain zurückzuführen. Die Gebühren bewegen sich umgerechnet üblicherweise im Centbereich, können aber je nach Nutzungsgrad der Kryptowährung auch mehrere Euros kosten. Eine solche Transaktion ist in der Regel in wenigen Sekunden bis in ein paar Minuten vollzogen. Danach kann nur noch der Empfänger über die versendeten Coins verfügen. 

Tipps & Tricks

  • Bedenkt man die entstehenden Gebühren, ist es ratsam, Coin-Übertragungen so gut wie möglich vorauszuplanen. Viele kleine Transaktionen würden sonst einen signifikanten Teil der erworbenen Coins aufbrauchen. Manche Wallets erlauben es auch, die Spanne der Gebühren selbst festzusetzen. Die Transaktion wird daraufhin womöglich nicht sofort ausgeführt. Wer jedoch etwas warten kann, optimiert so seine Minusposten.
  • Der Versender überprüft die Zieladresse bei allen Transaktionen am besten doppelt. Manche Kryptowährungen erkennen zwar, wenn eine ungültige Adresse als Zieladresse eingegeben wurde. Bei einigen ist das aber eben nicht der Fall. So sind ETH, so sie denn an eine falsche Ethereum Adresse geschickt werden, für immer verloren.
  • Unabhängig vom verwendeten Wallet-Typus sollten die vorgeschlagenen Sicherheits- und Backup-Methoden zur Anwednung kommen. Dazu zählen 2-Faktor.Authentifizierung oder die Widerherstellung mittels Seed.
  • Nur Wallets aus den offiziellen App Stores mit guten Bewertungen und vielen Downloads sind empfehlenswert.

Im Laufe der Zeit haben sich einige Standards etabliert. So beruht ein Großteil der Tokens auf dem ERC-20, einem Ethereum-Standard.

Zu Teil 4: Wie kaufe ich Kryptowährungen?

Zu Teil 6: Was kann ich mit meinen Kryptowährungen machen? →

Disclaimer: Der Handel mit Kryptowährungen birgt ein hohes Risiko und kann bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Keine der hier aufgeführten Informationen sind als Anlageberatatung zu verstehen. Alle genannten Kurse sind ohne Gewähr. Bitte beachten Sie dazu auch den den Haftungsausschluss im Impressum.
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