• de

Teil 7: Wie verwalte ich meine Kryptowährungen sicher?

Digitale Güter sind abzusichern

Kryptowährungen stehen als digitale Assets für einen bestimmten Wert. Anders als ein Akienbrief, ein Auto oder ein Goldbarren lassen sie sich aber nicht in gleicher Weise „physisch“ aufbewahren. Wo immer sie die Besitzer einlagern, bedrohen Angriffe von außen den Bestand. Umso wichtiger ist es, alle zur Verfügung stehenden digitalen Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen. Dazu sind verschiedene Schritte hilfreich.

Schritt 1: Coins aus Börsen abziehen

Nicht wenige Börsen werden in unregelmäßigen Abständen Opfer von Hacks. Angreifer nehmen dabei meist beachtliche Summen in Kryptowährungen mit. Die einfachste Methode, seine Kryptowährungen zu sichern, besteht also im Abzug unnötiger Coins von den Exchanges.
Doch wie viele sind unnötig? Eine einfache Risikoschätzung gibt Orientierung. Wer vorhat, in den nächsten Monaten viel zu handeln, kann temporär auch 30 oder 40 Prozent seiner Coins hinterlegen. Wer auf eine langfristige Haltestrategie setzt und nur wenig handelt, wird eher 5 bis 10 Prozent in den Börsen brauchen. Je mehr Coins im den eigenen, abgesicherten Wallets deponiert sind, desto besser.

Schritt 2: sichere Wallets auswählen

Die Auswahl der bestmöglich geeigneten Wallets hat für jeden Krypto-Besitzer oberste Priorität. An dieser Stelle ist ausdrücklich die Mehrzahl zu unterstreichen. Denn wie bei Fiat-Währungen legen Besitzer besser nicht das gesamte Vermögen in einen einzigen Geldbeutel. Das streut das Risiko und sichert vor Verlust (Diebstahl, Gerät kaputt, etc.).

Inwiefern ein Wallet als sicher gilt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen lassen sich Wallets in „hot“ und „cold storage“ unterscheiden. Ersteres bezeichnet einen Ablageort, der ständig mit dem Internet verbunden und damit anfällig für Hacks ist. Letzteres steht für Wallets, die temporär oder gar nicht Verbindung zum Internet aufbauen. Zum anderen bedingt sich der Wallet-Typus stark durch das genutzte Endgerät und den Verwendungszweck.

Grundsätzlich ordnet die Krypto-Szene alle Wallets mit cold storage als sicher vor Hacks ein. Dazu zählen Hardware und Paper Wallets. Das Hardware Wallet funktioniert ähnlich wie ein USB-Stick. Besitzer übertragen den Zugang zu ihren Coins auf das externe Gerät. Nur, wenn eine Transaktion ausgelöst werden soll, verbindet sich das Gerät mit dem Blockchain-Netzwerk. Doch nicht jedes Hardware Wallet erfüllt auch alle Sicherheitskriterien und kann automatisch jegliche Art von Coins und Tokens speichern. Eine Übersicht empfehlenswerter Wallets gibt es hier.

Paper Wallets bestehen, wie der Name bereits besagt, aus Papier. Sie sind ein probates Mittel, um den Zugang zu den Coins, sprich den Private Key, vom Netz zu nehmen. Das bringt aber auch Nachteile mit sich. Ist das Stück Papier verloren, der den Private Key enthält, fallen auch die Coins unwiderruflich weg.

Für Besitzer, die Kryptowährungen ausschließlich aus Investitionsgründen kaufen und sie nicht im Alltag verwenden, reicht die Kombination Hardware und Paper Wallet plus ein kleines Depot auf Exchanges.

Etwas unsicherer, aber dafür bequemer sind Online und Mobile Wallets. Ohne sie geht es weder auf den Börsen noch im mobilen Zahlungsverkehr. Die tagtägliche Zahlung von Gütern stellt im Bereich Bitcoin & Co. zwar noch lange nicht den Regelfall dar. Für kurzfristige Transaktionen legen Nutzer jedoch am besten ein kleines Polster an Coins in diesen Wallets ab.

Schritt 3: Wallets absichern

Darauf zu bauen, dass mit den Coins in den selbstverwalteten Wallets nichts passieren kann, ist ein Trugschluss. Jedes Wallet ist nur so sicher wie die Maßnahmen, die zu seiner Absicherung ergriffen werden.

Als oberste Regel gilt, komplexe Passwörter zu benutzen. Wer Assets von einem bestimmten Geldwert mit 12345 oder abcde „sperrt“, öffnet Hackern Tür und Tor zu den Coins. Passwörter lassen sich mit Passwortmanagement-Programmen verwalten oder in einer verschlüsselten Cloud hinterlegen. Hinzu kommt, dass Software und Wallets regelmäßig aktualisiert werden sollten.

Alle Wallets verfügen über eine Kombination von Private und Public Keys. Das Schlüsselpaar enthält die für jeden Nutzer exklusive Zugangsmöglichkeit zu den Coins (Private) sowie die öffentliche „Überweisungsadresse“ (Public). Gerade weil mit dem Private Key beziehungsweise Seed auch die Signatur für Transaktionen und die verbundenen Coins verloren gehen, ist die sichere Aufbewahrung oberste Priorität. Sicherheitskopien an verschiedenen Speicherorten, die offline und/oder verschlüsselt sind, helfen im Fall von Verlust bei der Wiederherstellung. Das kann in der simpelsten Ausprägung sogar der Notizzettel im Schrank sein.

Benötigen Transaktionen die Zustimmung mehrerer User, richten sie am besten eine Multisignatur-Variante ein. Diese Erlaubnisabfrage funktioniert ähnlich wie ein gemeinsames Ehekonto: Nur wenn beide oder mehrere Parteien die Überweisung genehmigen, wird sie ausgeführt. Viele Kryptowährungen bieten diese Option an.

Das sicherste Wallet ist aber immer noch das, von dem keiner weiß. Krypto-Neulinge sollten sich in jedem Fall mit Aussagen zu ihren Besitzverhältnissen zurückhalten.

Was, wenn der Zugang zu den Kryptowährungen verloren geht?

In den Medien ist es immer wieder zu hören: Festplatten mit dem Schlüssel zum Bitcoin-Vermögen gehen verloren, Wallets müssen aufgrund laxer Sicherheitsvorkehrungen Hacks standhalten oder Passwörter werden vergessen.

Ist der Schlüssel verloren, erlischt damit auch unwiderruflich die Möglichkeit, an die Kryptowährungen zu kommen. “Be your own bank“ bringt auf der einen Seite immense finanzielle Souveränität. Auf der anderen Seite setzen sich Besitzer aber leider erhöhtem Risiko aus.

Testament

Kryptowährungen sind Wertgegenstände und gehören zum digitalen Erbe. Daher ist es empfehlenswert, sie im Testament aufzuführen und Instruktionen zu den Zugangsmöglichkeiten zu hinterlassen. Besonders letzteres wird nicht selten vergessen und hat zu unsicheren Vermögensverhältnissen unter Erben geführt.

Zukünftig: Versicherung?

Dezentralität und Unabhängigkeit von institutionellen Stellen stellen die ursprünglichen Prinzipien von Kryptowährungen dar. Nichtsdestotrotz finden sie über Bitcoin-ETFs, Futures und andere Mechanismen langsam und stetig Eingang in das institutionalisierte Finanzwesen. Es stellt sich nun die Frage, inwiefern die Abdeckung durch Versicherungen garantiert ist.

Anders als bei Geldeinlagen wie Tagesgeld oder Festgeld existiert für Kryptowährungen kein Sicherungsfonds oder Rettungsschirm. Auch eine private Hausratversicherung würde den Verlust nicht absichern.

Wo private Anleger leer ausgehen, haben Geschäftsleute mehr Glück. Erste Anbieter aus dem Ausland haben mittlerweile Produkte im Portfolio. Sie stecken allerdings noch in den Kinderschuhen und decken nur die wenigsten Ernstfälle ab, wie zum Beispiel Mitarbeiterdiebstahl. Der Verlust durch eigene Fahrlässigkeit beziehungsweise einen Hack ist nicht abgesichert, genauso wenig wie Kursschwankungen. Alle Kunden sind verpflichtet, regelmäßige Backups zu machen.

Bis Kryptowährungen Eingang in den privaten Versicherungsbereich finden, wird es wohl noch dauern. Auch hier bleibt spannend zu sehen, ob sich die Lösungen zentral oder dezentral über Blockchain-Anwendungen ergeben.

Zu Teil 6: Was kann ich mit Kryptowährungen machen?

Zu Teil 8: Ausblick in die Zukunft von Kryptowährungen →

 

Disclaimer: Der Handel mit Kryptowährungen birgt ein hohes Risiko und kann bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Keine der hier aufgeführten Informationen sind als Anlageberatatung zu verstehen. Alle genannten Kurse sind ohne Gewähr. Bitte beachten Sie dazu auch den den Haftungsausschluss im Impressum.
Mit markierte Links sind 'Affiliate-Links', die uns dabei helfen diese Inhalte kostenfrei und ohne Werbebanner anbieten zu können.