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Holger

Eine Bitcoin Prognose – Wohin geht die Reise?

Quo vadis Bitcoin?

2017 war auf den ersten Blick ein fantastisches Jahr für Bitcoin.Im Verlauf ergab sich eine mehr-als-Verzehnfachung der Preises für einen Bitcoin auf teilweise über 16.000 Euro. Beschäftigt man sich aber etwas eingehender mit der “Krypto-Leitwährung”, wird schnell klar, dass nicht alles Gold Bitcoin ist, was glänzt:

  • Bitcoin hat im Vergleich zu anderen Kryptowährungen deutlich verloren. Von der Marktdominanz von 85 Prozent (Anteil von Bitcoin am Gesamt-Kryptomarkt) von Anfang 2017 sind gerade einmal noch circa 40 Prozent übrig geblieben (aktueller Chart hierzu). Der Wert der zweitgrößten Kryptowährung (Ethereum) hat im sich im gleichen Zeitraum verhundertfacht.
  • Die anhaltende Debatte über den dringend notwendigen Skalierungsfahrplan hat die Gemeinde tief gespalten. Das geht soweit, dass selbst langjährige Verfechter Bitcoin den Rücken kehrten. Der ‘Bitcoin Cash’-Fork war eine direkte Folge davon.
  • Die teilweise sehr hohen Transaktionsgebühren sind zwar einerseits ein Zeichen des Erfolgs (= viele Transaktionen), machen allerdings auf der anderen Seite Bitcoin für den täglich Einsatz unbenutzbar. Deshalb bieten zum Beispiel viele Börsen auch ETH-Handelspaare an.

Wie sieht also die Prognose für Bitcoin aus?

Was den Kurs angeht, wollen wir hier keine Prognose abgeben. Einerseits weil wir der Meinung sind, dass dies unmöglich ist. Andererseits verstehen wir uns nicht als Anlageberater. Dieser Beitrag soll lediglich die Chancen und Risiken betrachten, die wir für Bitcoin in den nächsten ein bis zwei Jahren  prognostizieren.
Keine der hier angebotenen Informationen sind als Anlageberatung zu verstehen.

Bitcoin hat noch den Netzwerkeffekt auf der Seite. Er zieht wohl auch frisches Kapital als erstes an. Aber der Trend sieht nicht gut aus im Vergleich zu anderen Kryptowährungen. Vor allem das immer noch nicht gelöste Skalierungsproblem und die damit verbundene Frage nach dem wirklich realen Nutzen von Bitcoin drücken die Aussichten. Hinzu kommt die schwierige Community und die gefühlte Schwerfälligkeit in Bezug auf Innovationen in der Entwicklung. Außerdem zeigen Herausforderer gerne mit dem Finger auf den immensen Energie-Fußabdruck von Bitcoin.

Big Money und der Netzwerkeffekt

Bitcoin bleibt weiterhin die bekannteste Kryptowährung und. Als Ursprungswährung profitiert sie immens vom Netzwerkeffekt.
Während andere Anlageklassen (Aktien & Co.) bei den Bitcoin-Kursschwankungen seekrank über der Reling hängen würden, ist BTC im Vergleich zu anderen Kryptowährungen fast schon so etwas wie der “sichere Hafen” geworden. Institutionelle Investoren oder auch die Wall Street, die diese Regatta zum Großteil noch skeptisch vom Hubschrauber beobachten, werden ihre Füße wohl zunächst mit den “Großen” (Bitcoin, Ethereum, Litecoin, usw.) nass machen, bevor sie sich in die Untiefen des Altcoinfahrwassers begeben (so…genug Metaphern jetzt…).

Die Skalierungsdebatte

Auch 2018 wird weiterhin im Zeichen der wichtigsten Frage stehen. Sie bezieht sich übrigens nicht nur auf Bitcoin, sondern würde sich auch auf viele andere Kryptowährungen erstrecken, wenn sie so erfolgreich wären:  Wie schafft es Bitcoin, deutlich mehr Transaktionen zu verarbeiten, ohne dass dadurch die Dezentralisierung und damit der Schutz vor Regulierung und Zensur verloren geht?

Gut möglich, dass die Antwort auf diese Frage über die langfristige Zukunft von Bitcoin entscheidet, denn: Wenn das Skalierungsproblem nicht gelöst wird, bleibt Bitcoin ein Netzwerk, auf dem aufgrund der Transaktionsgebühren nur größere Beträge transferiert werden können. Viele Geschäftsmodelle sind nicht mehr tragbar. Und schon gar nicht die ursprüngliche Vision (siehe Whitepaper von Satoshi Nakamoto) vom “Peer-to-Peer Electronic Cash“.

Ob der aktuelle Preis, der ja den zukünftigen Nutzen widerspiegelt, dann noch gerechtfertig ist, ist fraglich.

Gelingt es allerdings durch Optimierungen und “Layer-2”-Lösungen wie dem Lightning-Netzwerk, Bitcoin auch für Mikrotransaktionen wieder attraktiv zu machen, könnte der Netzwerkeffekt von Bitcoin ausreichen, um das Ruder noch einmal herumzureißen.

Der reale Nutzen von Bitcoin

Wie oben erwähnt, haben sich inzwischen viele Unternehmen und Projekte von Bitcoin abgewandt (Microsoft, Stripe, Yours, …), weil deren Geschäftsmodell oder der angedachte Einsatzzweck mit hohen Transaktionskosten und/oder langen Bestätigungszeiträumen nicht vereinbar ist. Die Frage bleibt also: Welchen Nutzen hat Bitcoin in 2018 und darüber hinaus noch? denn: Etwas ist nur dann wertvoll, wenn es begrenzt verfügbar ist und einen Nutzen hat.

Unbestritten ist, dass BTC das Eingangstor zur Welt der Kryptowährungen ist. Alle weiteren Kryptowährungen werden vor allem mit Bitcoin gekauft. Jede Börse hat Handelspaarungen mit BTC, aber nicht unbedingt mit ETH. Aber auch hier führen die hohen Transaktionsgebühren dazu, dass Trader verstärkt auf andere Handelspaarungen ausweichen.

Außerdem scheint der einzige (nicht zu unterschätzende) Nutzen von Bitcoin der “Store-of-Value”-Aspekt zu sein. Keine andere Kryptowährung kann diese Eigenschaften vorweisen:

  • läuft schon seit über neun Jahren ohne Zwischenfall auf der Protokollebene
  • hat die größte Miner-Rechenpower und damit die höchste Sicherheit
  • ist anscheinend immun gegen jeglichen Versuch, das System zu unterwandern
  • hat den Wert trotz zwischenzeitlicher Crashs sehr gut gehalten.

Das sind Eigenschaften, die ein digitaler Goldersatz vorweisen muss. Dieses Plus spricht für Bitcoin.

Die “Energieverschwendung” von Bitcoin durch die Miner

Eins vorneweg: Niemand rechnet aus, wie viel Strom das Internet “verbraucht”, oder wie viel für den Bau von Autobahnen und den Abbau von Gold “verschwendet” wird. Ein großer Teil des Blockchain-Durchbruchs basiert nun einmal darauf, dass “Proof-of-Work” den dezentralen Konsens über den aktuellen Stand der Transaktionshistorie in der Blockchain erst möglich gemacht hat.

Sprich: In der Theorie ist der Energieaufwand durch Mining notwendig, um das System robust und sicher zu halten.

In der Praxis gibt es aber inzwischen andere Systeme, die von sich behaupten, ebenfalls ausreichend sicher zu sein und ohne Miner auskommen. Proof-of-Stake (Lisk, NEM, Cardano und bald vielleicht auch Ethereum gehören dazu) ist das bekannteste, aber auch DAG-basierte Kryptowährungen wie IOTA oder Nano beschreiten andere Wege. Natürlich müssen sie erst eine ähnlich “lange” Historie ohne Zwischenfälle vorweisen, wie Bitcoin das getan hat, bevor sie in dieser Hinsicht als anerkannt gelten.

Die Community und das Nachwuchsproblem

Wäre ich Entwickler und würde ich meine Zukunft im Blockchain-Bereich suchen, würde ich dann in der Bitcoin-Community starten? Definitiv nicht. Dazu ist das Klima zu toxisch, und Innovationen, die es ins Protokoll schaffen, so selten wie Satoshi Nakamotos Fernsehauftritte.
Eine gesunde Community, die schlaue Köpfe anzieht, ist aber einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg von Open-Source-Projekten… Es sei denn, die Schwerfälligkeit von Bitcoin entwickelt sich zu dem Feature des Systems, deren Regeln als einzige unter den Kryptowährungen nicht einmal von den Kernentwicklern verändert werden können.

What the fork???

Ein Fork ist die Spaltung der Blockchain in zwei nicht mehr kompatible Versionen. Er hat sich als einzige Möglichkeit herausgestellt, das Protokoll zu updaten, wenn ein Teil der Community andere Vorstellungen hat als die Core-Entwickler. Allerdings entstehen dadurch neue Coins.
Die Entwicklungen in 2018 werden sicherlich auch ein Stückweit die Frage beantworten, wie sinnvoll solche Forks sind. Die Idee hinter Bitcoin Cash war ja noch nachvollziehbar. Aber warum Bitcoin Gold, Bitcoin Diamond und Co. einen Wert haben sollen, bleibt uns schleierhaft…

Wird Bitcoin den Status als Kryptoleitwährung behalten?

Bitoin wird sicherlich nicht von heute auf morgen vom Thron gestoßen. Aber der Trend ist unserer Ansicht nach klar. Wir reihen uns ein in die Empfehlung, Bitcoin nicht mehr auf den Kryptobörsen zu nutzen. Ersatzweise raten wir dazu, die anderen Kryptowährungen am Besten über ETH zu kaufen. Mit steigendem Handelvolumen (und Liquidität) auf den Börsen wird sich auch die Anzahl der Handelspaare ohne BTC-Beteiligung erhöhen. Setzt sich dieser Trend fort, würde auch dieser Nutzen von Bitcoin wegfallen, und es bliebe lediglich das digitale Äquivalent von “Gold im Keller lagern” als Einsatzzweck von Bitcoin. Reicht das aus?

Fazit

Selbst wenn die oben genannten Argumente einen eher pessimistischen Ausblick auf die Zukunft von Bitcoin suggerieren, sollte man die Widerstandsfähigkeit von Bitcoin nicht unterschätzen. Immerhin ist Bitcoin schon circa 250 mal gestorben. Nichtsdestotrotz prognostizieren wir “The Flippening” in 2018. Das ist der Zeitpunkt, an dem Bitcoin nicht mehr die Top-Kryptowährung sein wird. Dazu, was das für den Kurs bedeutet, wagen wir allerdings keine Prognose. Alles ist möglich in Kryptoland…

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