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Franziska

Die “bösen” Kryptowährungen

„Bitcoin? Das ist doch total unsicher!“. „Bei Kryptowährungen ist es jetzt eh zu spät, einzusteigen“. „Warum sollte ich das tun? Ist doch Spekulation, da kaufe ich lieber Aktien!“. Das sind nur einige der Reaktionen, die ich regelmäßig bei der Frage nach Kryptowährungen bekomme. Doch wieso haben die Menschen so viel Ehrfurcht davor?

Karten auf den Tisch: Ja, Kryptowährungen sind auf den ersten Blick nicht gerade einfach zu durchschauen. Es gilt zunächst, das Prinzip der Blockchain zu verstehen. Man sollte wissen, welche grundlegenen Funktionen hinter Bitcoin stecken. Und welche Projekte namhaft sind und für was sie stehen, kann auch nicht schaden. Das ist ein ganz schön großer Batzen. Jemand, der sich noch nicht einmal mit Festgeld beschäftigt hat, würde angesichts dessen die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

Alle paar Jahre zeigt irgendeine neue Studie auf, wie konservativ die Deutschen, und darunter besonders deutsche Frauen, investieren. Wenn sie es überhaupt tun. Die Bereitschaft, sich auf Kryptowährungen einzulassen, ist damit so gut wie non-existent. Andererseits haben wir doch gerade hierzulande proaktive, gebildete, digital affine Menschen. Ich brauche bloß auf den nächsten Stammtisch gehen und die Fachkollegen haben das neueste Handy, die neueste App, die neuesten News auf Lager.

Trotzdem sind Kryptowährungen unverständlich, unheimlich und im schlimmsten Fall „böse“. Das zeigt auch meine kleine Umfrage auf Twitter aus dem August diesen Jahres. Liegt das am steilen Aufschwung Ende 2017 und dem darauf folgenden Sinkkurs? Hat die Öffentlichkeit dadurch den falschen Eindruck vom Potential von Bitcoin & Co. gewonnen? Haben wir das Fenster verpasst?

Um eines klarzustellen: Unter keinen Umständen propagiere ich Kryptowährungen als Allheilmittel! Das wäre, als ob man einem Mittelständler im Allgäu mit analoger Rechnungslegung auf einmal verordnen würde, agile Softwareentwicklung zu leben (was leider durchaus vorkommt…). Aber Bitcoin, Ethereum, und all die anderen Projekte haben mit neuen Technologien wie Blockchain und Tangle immenses Potential. Bedenkt man, wie schnell uns das Vertrauen in Staat und Institutionen entgleitet, finde ich es ungünstig, ja fast schon sündhaft, sich nicht damit zu beschäftigen.

Um noch etwas klarzustellen: Ich sage nicht, dass jeder notwendigerweise Kryptowährungen kaufen soll. Oder dass Kryptowährungen für jeden Nutzer und jede Nutzerin geeignet sind. Aber es ist zumindest wichtig, sich zu informieren! Auf den Logistiker, die Developerin oder die Innovationsmanagerin werden früh genug die neuen Fragestellungen zukommen. Und wer möchte schon das Pendant zu demjenigen sein, der Computern in den 80ern keinen Massenmarkt vorhergesehen hat? Was den Rest der (Nicht-Fach-)Bevölkerung angeht, so gibt es zahlreiche Informationsquellen wie dieses Portal. Wir haben sogar eine ganze Serie zu „Kryptowährungen für Anfänger“ auf Lager. Und warum? Weil wir dabei unterstützen möchten, zu verstehen. Unser Wissen zu teilen bereitet uns immense Freude. Denn wir steckten selbst in der Situation, uns selbst alles Schritt für Schritt anzueignen und können es nachfühlen.

Wissen ist Macht! Zu kennen, was auf die Menschen mit der Blockchain-Technologie zukommt, verleiht dem Wissenssuchenden nicht nur einen Vorteil in der nächsten Debatte über die Trends der Zukunft. Es befähigt ihn auch, informierte Entscheidungen hinsichtlich privatem Investitionsverhalten, Jobwahl und digitaler Weiterbildung zu treffen. Wenn nach dem Studium aller Möglichkeiten kein Gefallen am Konzept gefunden wurde, dann ist das eben so und völlig in Ordnung. Aber für innovationsfreudige Menschen ist das Konzept auf einmal verständlich, weil sie sich mit der Materie auseinandergesetzt haben. Und wenn die Technologie entgegen aller Erwartungen nicht durch die Decke geht (viele Techschmieden und Inkubatoren sprechen eine andere Sprache), dann hat der Wissensdurstige wenigstens etwas Neues gelernt oder die Grundlagen für das nächste große Ding gelegt.

Meine Bitte lautet dahingehend also: Nicht verallgemeinern oder ablehnen, ohne die Materie zu kennen! Schon mit geringem Lernwillen und Randinteresse lassen sich wesentlich wissensbasiertere Entscheidungen treffen. Es ist alles eine Frage des Mindsets und der Offenheit.

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